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doch nett, beispiel 1

in neukölln gibt es einen ganz besonders winzigen und schmutzigen und dreieckigen und dunklen hinterhof, völlig zugemost, in den sogar die mülltonnen kaum hineinpassen, und die fahrräder nicht, und die buggys, die schon voll sind mit taubenschiss, was man alles garnicht glauben kann, wenn man den grandiosen blick aus den fenstern der wohnungen kennt. der traurigste hinterhof, den man sich vorstellen kann, so groß wie zwei handtücher, so dass die leute im haus den müll nur runterbringen, wenn es garnicht mehr zu vermeiden ist.
bringt man aber mal den müll runter, erlebt man ein abenteuer, denn da sitzen drei männer, einer ein oppi, zwei mehr so vattis, und schmelzen mit einem kleinen tischhochofen zahngold ein, und silberlöffel, und kupfermünzen. nur der älteste hat noch den vorgeschriebenen schnurrbart, die anderen sehen aus wie ganz normale karlmarxer, und sagten, sie würden das "eine zwei mal im jahr" machen. das gebe gutes geld.
heraus kommt, anscheinend eine zwei mal im jahr, ein kleiner barren, etwa so lang wie meine hand, der unter dem winzigen hofwasserhahn abgeschreckt wird (schreckt man edelmetallbarren ab?), und der morgen nach "pforrezheim" geschickt werden wird, um den goldanteil bestimmen zu lassen.
und das war nur der bestimmt kleinste innenhof in der karlmarxstraße. was in dieser stadt alles für ungeheuerlichkeiten vor sich gehen mögen, in dieser minute, es müsste einem schwindelig werden dabei, wenn man nicht eh die meiste zeit in der ecke liegen würde, also ungefährlich. das in der ecke liegen empfiehlt sich also auch weiterhin, so gesehen dankbar für das halsweh.
das mit der stimme kriege ich bis november hin.

Kommentare

  1. Ich bin sicher, das ist der richtige Weg! Die Ecke, war schon immer derjenige Punkt mit der besten Übersicht - zumindest die Innenecke. Alles Warten findet
    findet von daher seinen Ausgang.

    Möge das Gold wieder fließen!
    Mit dem Wasser, in der Sonne
    und am Himmel die Vögel...

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