Direkt zum Hauptbereich

Mein Misstrauen gegen die Vögel erhält neue Nahrung

Gut und beruhigend ist es ja auch, dass jetzt wieder Vögel da sind.
Im Winter waren auch Vögel da. Aber nur Raben und Krähen und Elstern und wie die Bagasch heißt. Die singen nicht, die rufen nur KRAAAAAAH KAWECK, und schieben ihre Bäuche durch den Hof, wichtig stapfend, wie dicke alte Männer in schon etwas schäbigen Wochentagsanzügen. Auf dem Weg zu angeblichen Geschäften, aber eigentlich nur weg von der Alten und hin zu einem Schnäpschen.
Jetzt allerdings höre ich wieder eine Menge anderer Vögel, die mich begeistern. Die sagen Tirili und Füüüütifüüüü und machen Geräusche wie Wecker und Autoalarmanlagen. Gesehen habe ich sie noch nicht, denn die Orcavögel Elstern laufen immer noch zwischen den Krokussen herum, nicht so altherrenhaft wie die Krähen, sondern genau wie die Buben aus der Nachbarschaft. Ihr wisst schon, die mit den schwarzen Jacken mit den weißen Ärmeln, die immer so äh konfrontativ drauf sind. Die staksen also jetzt durch meinen Hof, picken sehr nachdrücklich in der aufgetauten Erde herum, heben zueinander schnippisch die Schnäbel, und kein tirili-fütifü-Vogeli traut sich herunter von den Bäumen. Was die kleinen Vögel da oben essen, ist mir ein Rätsel.
Mein Verdacht ist, dass die Elstern eine Gang sind. Die Rixdorf Dinosaurs. Sie terrorisieren den Einzelhandel, das Café nebenan zahlt bestimmt, der Spätkauf genauso. Die Nachbarn werfen auch alle beinahe täglich irgendein Bröckchen Müll in den Hof herunter... für wen, wenn nicht für die Elstern? Damit die ihren Blagen auf dem Schulweg nicht die Augen auspicken.
Es soll den sehr verehrten Herrschaften Elsterdinosauriern allerdings nicht einfallen, die Nummer bei mir zu versuchen. Ich habe eine ganze Batterie Steine vor der Balkontür liegen; ich wusste doch, dass es sich gelohnt hat, die damals im Urlaub mitzunehmen, auch wenn immer alle stöhnen, "willst du das wirklich wieder bis nach Hause schleppen".
Wenn die erste von diesen Flugdinosauriern kommt, während ich draußen sitze, und blöd um meine Füße herumpickt, und meine Bücher umblättert, oder sonstwie provoziert, dann kommt ein Stein. Mal sehen, wie ihnen ein Hut aus einem halben Kilo Vulkanlava steht. Und mal sehen, ob dann alle anderen auch einen haben wollen.

Auch das ist Frühling.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wir machen Pause und sind bald zurück.

Eure Lieblingslesebühne Rakete 2000 gönnt sich eine Pause und ist bald wieder da. <3 Lea Streisand Insa Sanders Mareike Barmeyer  Eva Mirasol und Jacinta Nandi

Alles Ausländer! - Rakete 2000 wird xenophob mit Frédéric Valin und Margarete Stokowski

Wir wissen alle, dass Ausländer Diebe sind. Entweder klauen sie Autos oder Frauen oder Jobs. Sie kochen komisch und sie riechen anders. Und am schlimmsten von allem - sie wissen nie so richtig, wo die Ümlaüte eigentlich hingehören. Rakete 2000 widmet sich endlich dem Ausländerproblem. Mit der fast-Polin Margarete Stokowski , dem irgendwie-Franzosen Frédéric Valin und der britischsten Neuköllnerlesebühnenautorin aller Zeiten Jacinta Nandi . Quoten-Deutsche sind die ehemaligen DDR-Staatsangehörigen Lea Streisand und Sven van Thom . Kommt alle, kommt unvorbereitet und lasst bloß die Pässe zu Hause! Am 28.März um 21 Uhr ins Ä (Weserstraße 40, Neukölln)

Pankow bekommt eine Lesebühne!

Rakete 2000, die Rakete unter den Lesebühnen, zieht nach Pankow.  Nach dem fulminanten Gastspiel des Autorinnenkleeblatts im August im Zimmer 16, haben sich radioeins Kolumnistin Lea Streisand, taz Autorin Mareike Barmeyer, Insa Kohler und Eva Mirasol nun entschlossen, ihre Raketenbasis in Pankow aufzubauen. Eva, Insa, Lea, Mareike. Foto: Stephan Pramme Die Beknacktheiten des Alltags, erste Hilfe im Supermarkt, Liebe in der Notaufnahme und die Gefahren beim Nachmachen von Internetvideos, das sind die Themen von Rakete 2000. Dazu tagesaktuelle Schwachsinnigkeiten und jeden Monat neue Texte und Lieder zu einem brandaktuellen Thema, das vom Publikum bestimmt wird. Das hat Pankow gefehlt!  Die große Premiere ist am 10.10. um 20 Uhr im Zimmer 16 (Florastraße 16, 13187 Berlin)  Premierenstargast ist niemand anderes als die großartige Band Zuckerklub, über die das Missy Magazin schreibt: „Auch mal von einer Leiche vor dem Fenster singen und es mühelos wie ein Lieb...