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Bei mir siehts aus

Ich kann nicht mehr, irgendwann wird Alles öffentlich,
denke ich mir, meine Gedanken: wie z.B. ich bin ein
Hund, an einem Hundeständer, wo Hunde schmiedeeisern
drauf steht, Mitte Fahrräder, Rechts/Links Hund,
und ich links angebunden, oder - ich geh immer noch
zu Schule, oder gleich - schlag ich einen tot - halb so
schlimm. Mit mir wollen sich wirklich welche
schlagen, oder messen - eigenlich Alle, oder - ich kriege zwar
alles ab, aber keiner merkt es, noch schlimmer -
Heute läuft Alles privat, undodermitohne öffentlich. Dann
denke ich und Lea, wir sind eins - ich mein mir
passiert das Selbe, Ä - Leichenwind am Arsch rum, also
von der Art her Gleiche wie Lea, und ich werde von Mareike
dann doch nicht Lea genannt, weil Hagen auch ganz gut für Mädels paßt.

Dann sing ich schon Lieder für Tote, dabei
heißen die doch Hinterbliebene, und auf einer
Barkasse im Hamburger Hafen geb ich die Sirene.
Mein Leben beginnt da wo es aufgehört hat,
nämlich mitten drin, und jemand erzählt
mir dann auch noch, das sei gar nicht meins.
Wie soll ich Leben auch durch Sprache
ersetzen, wenn ich nun einmal nicht überfahren
werde, oder merke ich es nur nicht,
wird Alles ohne mich öffentlich?

Vielleicht sollte ich doch mehr von mir ins Netz stellen,
dann kann auch mehr vernetzt werden,
dann ist Alles wenigstens schon mal drin,
kreißt da, wie Schweiße auf Umlaufbahn,
Trabantensafari, war anders gedacht, nun aber so geworden -
Alles ist ungewollt mühsam, kreisrnd, leuchtet,
verglüht da - nur gewollt werden wir einfacher.
Ich meine wir müssen nur wollen...

Wo `n paar Bretter sind, ist wenigstens
Platz für Trauer. Baustellen zeugen Touristen,
und die schauen dann in Gruben.

Lea, mach nich sone Sachen - wir brauchen Dich
doch noch - is ja Angst und Schrecken!
Klar läßt sich das gut schreiben, und spannend
anzuhören ist es ja, aber die Gefahr..Kind!

Fahr bitte weiter Rad - ich fahre inzwischen rückwärts
Auto, ganz ohne Alles, schau weiter nach vorn,
Augen zu, nix mehr erleben, blos nix mehr
aufscheiben -verdammtes Land: jedes Nein
bringt Kohle ein! Und warum das Alles:
Privat läßt sich das Leben nun mal nich verarbeiten -
da müssen Kulturschaffende ran!

Ach könnte ich doch mit Worten umarmen,
aber da verabschiedet sich mal gleich der
ganze Freundeskreis - wegen Verdacht
auf Phantasie geschlossen - dabei sind wir doch
Alle total bedürftig, ob noch Kind, wieder
Kind, oder noch drin, Leibchen an Schnur.

Alle wollen, aber keiner kann tauschen,
mim Andern. Bei mir siehts aus.
SachichEuch -
Alles will raus!

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Rakete 2000 nimmt Abschied von Neukölln

Liebe Freunde,

im Januar 2008 war es, als zwei junge Frauen namens Anna Czypionka und Mareike Barmeyer, die gerade frisch nach Neukölln gezogen waren - ans obere Ende der Hermannstraße wohlgemerkt, dahin fanden nicht mal mehr die Kiffeschwaden aus den coolen ersten Bars im neu entstehenden "Kreuzkölln" - auf einer Kneipentour die Idee hatten: Hier sind so viele Studenten und andere Knalltüten ohne Geld (Genau wie wir!) hier braucht es doch eine Lesebühne!

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Und vielleicht bringt sie ihr Baby mit! Ansonsten lesen wie immer Radioeins Kolumnistin Lea Streisand, taz Autorin Mareike Barmeyer und Eva Mirasol über Liebe in der Notaufnahme, Horrorgrusel im Kinderzimmer und Laktoseintoleranzintoleranz in Zeiten der Rezession.
Kommt alle
am Donnerstag, den 14. September
um 20 Uhr
in die Ä Stube Neukölln (Fuldastraße 46).
Wir freuen uns wie hulle!!!
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